25. Februar 2012. Das jüngste Angebot des THOV lässt aufhorchen: der Verband bietet vergünstigte Orgel-Schnupperstunden an.

Jugendliche, die Orgelunterricht nehmen wollen, können ein Semester lang schnuppern und bezahlen nur einen Bruchteil der üblichen Kosten. Zwei Schüler haben bereits angefangen. Ein vielversprechender Versuch junge Musiker an die Orgel heranzuführen. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit den regionalen Musikschulen und wird von den beiden Landeskirchen unterstützt.

Über dreissig Organistinnen und Organisten trafen sich zur 83. Jahres Versammlung des THOV. Wie gewohnt führte Präsident Daniel Walder schwungvoll und zügig durch den geschäftlichen Teil. Eine gemütliche, lehrreiche Orgelfahrt nach Freiburg i.Ue., ein anregender Orgelstamm mit englischer Musik in Amriswil und der Abschluss einer Kursreihe zur Erlangung des Thurgauer Organisten Ausweises wurden in gewohnter Weise durchgeführt. Ein Absolvent hat die praktische Prüfung bereits bestanden, die anderen arbeiten noch an ihrem Repertoire.

Ein zweitägiger Workshop mit Rudolf Meyer in Winterthur widmete sich einem Thema, das meist nicht grosse Beachtung findet, aber eigentlich die Hauptaufgabe des Organisten ist: die Begleitung des Gemeindegesangs. Der Kurs war gut besucht und fand Anklang. Am Schluss des Jahresrückblicks gab Daniel Walder bekannt, dass er sein Amt an der nächsten Jahresversammlung einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin übergeben wird. Der Verband hat zurzeit 189 Mitglieder, davon 50 Kirchgemeinden, neben den vielen evangelisch-reformierten Einzelmitgliedern, sind auch 33 katholische, 2 russisch orthodoxe und 1 konfessionslose Organisten dabei.

Zurzeit läuft der Kurs liturgisches Orgelspiel und Improvisation mit Dieter Hubov. Geplant sind im laufenden Jahr eine Orgelreise auf die andere Seite des Bodensees und ein Orgelstamm in Kreuzlingen.

Wie üblich wurde trafen sich die Organisten vor der Versammlung zu einer Orgelpräsentation. Dieses Jahr versammelten wir uns in der Kirche St. Peter in Thundorf-Kirchberg bei Frauenfeld. Auf dem kleinen feinen Instrument von 1978 spielte einer der jüngsten professionellen Kirchenmusiker des Thurgau - Simon Menges, Hauptorganist an der evangelischen Kirche in Arbon. Der junge Preisträger entlockte dem Instrument vielfältige Klangfarben und interpretierte bekannte und weniger bekannte Stücke: Toccata V von G. Muffat, BWV 1128 – die Choralfantasie „wo Gott der Herr nicht bei uns hält“, BWV 526 – die Sonata II in c, „O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen“ von F. Schmidt und zum Schluss eine Sonata da Chiesa von H. Andriessen, die uns Zuhörenden über die Klangfarben der Orgel, die Virtuosität und Registrierkunst des Organisten staunen liessen.

Béa Mory