An drei Samstagvormittagen trafen wir uns zu zweit (einmal zu dritt) in der katholischen Kirche Weinfelden mit unserem Kursleiter Simon Menges zum Improvisationskurs.

Simon stellte den Choral "Was Gott tut das ist wohlgetan" ins Zentrum des Kurses. Es galt, aus dem ersten Melodieteil ein Motiv zu finden und daraus eine einstimmige Intonation oder ein längeres Vorspiel zu improvisieren.

Simon zeigte uns, wie wichtig Pausen und Sequenzen sind, wie wir in eine andere Tonart modulieren und den Weg zurück wieder finden können. Das einstimmige Spiel ist gar nicht so einfach!

Die nächste Aufgabe war, den cantus firmus in die linke Hand zu übernehmen und dazu mit der rechten Hand auf einem andern Manual eine Gegenstimme, vorwiegend in Terzen oder Sexten, zu finden. Dabei spielten wir zuerst Ton gegen Ton, dann zwei zu eins und vier zu eins. Dies alles zu üben war die Wochen-Hausaufgabe, inklusive einstimmiges Zwischenspiel zwischen den beiden Choralteilen. Dieses sollte auf einem Motiv des zweiten Melodieteils aufgebaut sein.

Am zweiten Kursmorgen wurde die Bass-Stimme des Gesangbuch-Chorals in die linke Hand und der cantus firmus ins Pedal mit 4’ Register genommen. Dann war eine freie Gegenstimme zum Pedal-c.f. gefragt, wozu uns Simon viele Möglichkeiten zeigte, diese interessant zu gestalten. Dies verlangte einige Hirnakrobatik und wurde zur Hausaufgabe.

Am dritten Morgen versuchten wir, die Bass-Stimme reicher zu gestalten mit Durchgängen, Chromatik und Oktavsprüngen. Simon zeigte uns weitere Sequenzen und Kadenzen und gab uns Beispiele für Trios.

Wir Orgelschüler haben viel Neues entdeckt, um weiter zu üben und unsere Spielmöglichkeiten zu erweitern. Es war interessant zu erfahren, wie verschieden wir an die Aufgaben gingen: vom analytischen Verstehen oder eher vom Voraushören her. Beide

Fähigkeiten sind beim Improvisieren gefragt.

Simon sei herzlich gedankt für sein geduldiges, gut strukturiertes Unterrichten, aber auch für sein gekonntes Vorspielen und für die feinen Gipfeli, die wir jeweils in der Pause im Kirchgemeindehaus geniessen durften. Bei einem Kaffee konnten wir uns aufwärmen und unsere Erfahrungen als aktive Organisten austauschen.

Esther Romann