Hier finden Sie detaillierte Informationen über Voraussetzungen, Kursdauer, Kosten und die Abschlussprüfung.

I. Ziel

  1. Die Kurse vermitteln Laien-Organisten und Organistinnen die für die Ausübung des Organistenamtes erforderliche theoretische und praktische Ausbildung.
     
  2. Der Thurgauische Organistenausweis dient als Empfehlung zur Wahl als Organist/in.

II. Voraussetzung zur Teilnahme an den Kursen

  1. Mitgliedschaft im ThOV
     
  2. Regelmässiger Kirchenorgel-Unterricht vor Kursbeginn

III. Dauer und Ausbildungsmodus

  1. Die Kurse beginnen bei genügender Beteiligung (mindestens vier Prüfungsanwärter/innen) alle drei Jahre. Bei mangelnder Nachfrage werden sie ein Jahr später wieder ausgeschrieben.
     
  2. Die Ausbildung zum Erwerb des Ausweises dauert ca. 2 Jahre.
     
  3. Die Kurse finden in der Regel an Samstagnachmittagen statt.
     
  4. Lückenloser Kursbesuch. Als Entschuldigungsgründe gelten lediglich: Krankheit, Todesfall in der Familie, Militärdienst.

IV. Fächer

  1. Orgelspiel
    Regelmässiger Orgelunterricht bei einem diplomierten Orgellehrer / einer diplomierten Orgellehrerin
     
  2. Orgelbau und Literaturkunde
    mindestens 10 Nachmittage
     
  3. Liturgik und Hymnologie
    mindestens 10 Nachmittage
     
  4. Musiktheorie
    mindestens 12 Nachmittage
    Voraussetzungen: Kenntnis der Intervalle, der Dur- und Moll-Tonarten(Quintenzirkel), Tonleiterspiel sowie einfache Kadenzen (theoretisch und praktisch)

V. Kosten

  1. Die Kurse sind bis auf weiteres kostenlos.
     
  2. Die Kosten des Orgelunterrichtes tragen die Teilnehmer/innen.
     
  3. An die Prüfungskosten haben die Kandidaten/Kandidatinnen einen Beitrag zu leisten, dessen Höhe in der Ausschreibung bekannt gegeben wird.

VI. Voraussetzungen für die Zulassung zur praktischen Prüfung

  1. Der Kandidat / die Kandidatin muss sich über ein angemessenes Repertoire freier und choralgebundener Werke ausweisen können. Die beiliegende Liste gibt Hinweise über die Anforderungen und den Schwierigkeitsgrad.
     
  2. Der Kandidat / die Kandidatin muss alle angebotenen Kurse besucht haben. Bewerber/innen mit ausreichender Vorbildung können auf ihr Gesuch hin von der Kursleitung, mit Einwilligung des Präsidenten / der Präsidentin, eine Dispens erlangen.
     
  3. Für die Zulassung zur praktischen Prüfung: ausreichende Erfahrung im gottesdienstlichen Orgelspiel

VII. Abschlussprüfung

  1. Die Prüfungen finden jeweils nach Kursabschluss statt. Alle Kandidatinnen / Kandidaten, auch die vom Kurs Dispensierten, haben sich dieser Prüfung zu unterziehen. Diese Bestimmung gilt auch für Inhaber eines Lehrdiploms (Konservatorium oder SMPV)
     
  2. Bei den Prüfungen werden verlangt:

1. Praktischer Teil

a) Vortrag der musikalischen Teile eines Gottesdienstes nach einer gegebenen Gottesdienstordnung bestehend aus:

- freien und/oder choralgebundenen Orgelwerken
- Choralintonationen und Choralbegleitungen
- Begleitung von Kantor, Chor oder Instrumental (Vokal-) Solisten / Solistinnen.

Die Gottesdienstordnung wird eine Woche vor der Prüfung der Kandidatin / dem Kandidaten mitgeteilt.

b) Vortrag eines Werkes aus dem Repertoire sowie eines neu zu erarbeitenden Stückes. Diese Aufgaben werden den Kandidatinnen / Kandidaten nach Absprache mit dem/der Orgellehrer/in zwei Monate vor der Prüfung zugestellt.

c) Vom Blattspiel

- Choralsatz aus einem der schweizerischen Kirchengesangbücher
- Harmonisieren einer Liedmelodie anhand der Gitarrenbezifferung
- Vortrag eines leichten Orgelstückes (Pedaliter)

2. Orgelbau und Literaturkunde

a) Die Geschichte der wichtigsten Strömungen im Orgelbau

b) Die Funktion der Orgel und Vertrautheit mit den wichtigsten Pfeifentypen, Windladen - und Traktursystemen.

c) Überblick über die Geschichte der Orgelliteratur von den Anfängen bis zur Gegenwart

3. Liturgik

a) Überblick über die Geschichte des christlichen Gottesdienstes

b) Wesen und Aufbau des christlichen Gottesdienstes. Aktuelle und liturgische Probleme.

c) Das Kirchenjahr

4. Hymnologie

Überblick über das kirchliche Liedgut - Quellen und Entwicklungen

5. Musiktheorie

Dur- und Moll-Tonleitern, Kirchentonarten, Intervalle, Dreiklänge mit ihren Umkehrungen, Dominantseptakkorde, Vom-Blatt-Singen und freie Begleitung einer einfachen Choralmelodie sowie eines neuzeitlichen Liedes. Spielen eines einfachen bezifferten Basses. Wichtigste Formen der Orgelmusik.

  1. Zur Durchführung der theoretischen Prüfungen für den Organistenausweis bestellt der Vorstand des ThOV eine Prüfungskommission, bestehend aus den Fachlehrkräften, zwei Vorstandsmitgliedern sowie einem Verbandsmitglied, das im Besitz des Ausweises ist oder eine Konservatoriumsausbildung hat. Zur praktischen Prüfung wird der/die Orgellehrer/in eingeladen.
     
  2. Die Prüfungskommission erteilt die Prädikate:

- Mit Auszeichnung
- Sehr gut
- Gut
- Befriedigend

Sie behält sich vor, gegebenenfalls eine Nachprüfung in einem oder mehreren Fächern zu verlangen.

VIII. Anmeldung zur praktischen Prüfung

Die Anmeldung zur praktischen Prüfung hat auf dem beim Präsidium erhältlichen Anmeldeformular unter Beilage einer ausführlichen Repertoireliste möglichst früh zu erfolgen. Die Liste soll auch kürzere, einfachere Stücke enthalten.

November 2002

Der Vorstand des
THURGAUISCHEN ORGANISTENVERBANDES